Für Lehrkräfte und Trainer:innen
Spielen in der Schachstunde
Die Übungen bereiten auf die Partie vor. Planen Sie deshalb in jeder Stunde Zeit zum Spielen ein. Beginnen Sie möglichst mit einer Stellung zum Thema der Stunde.
Vier Spielformen
Thematische Partie
Alle Paare spielen dieselbe Stellung zum Thema der Stunde, bis ein vorher genanntes Ziel erreicht ist, zum Beispiel „Weiß gewinnt eine Figur“. Dann tauschen sie die Farben. Ist das Ziel nach 4 Minuten nicht erreicht, tauschen sie trotzdem.
Bauernspiel
Level 1Level 2
- Aufbau
- Jede Seite hat nur ihre acht Bauern in der Grundstellung.
- Beginn
- Weiß beginnt.
- Gewinn
- Wer zuerst einen Bauern auf die letzte Reihe bringt, gewinnt.
- Verlust
- Wer nicht mehr ziehen kann, verliert.
Schlagen im VorbeigehenGilt, sobald die Kinder es kennen.
Mattführung
Ab Level 3. Weiß hat König e1 und Dame d1, Schwarz nur den König e8. Weiß beginnt. Ein Kind spielt Weiß, das andere verteidigt und zählt die weißen Züge. Schafft Weiß das Matt nicht in 25 Zügen, gilt der Versuch als nicht geschafft – ein Patt auch (Patt heißt: Schwarz steht nicht im Schach, kann aber nicht ziehen). Ist das Matt nach 5 Minuten nicht geschafft, gilt der Versuch ebenfalls als nicht geschafft. Dann Rollen tauschen. Später mit König und Turm: Weiß König e1 und Turm a1, Schwarz König e8, höchstens 30 Züge.
Freie Partie
Eine normale Partie ab der Grundstellung.
Bei ungerader Kinderzahl ist in der Dreiergruppe zuerst Kind C Schiedsrichter, und A spielt gegen B. Nach dem Farb- oder Rollentausch spielt C gegen A, und B ist Schiedsrichter. Beim nächsten Mal ist ein anderes Kind Kind C.
Partnerwechsel
Freie Partien werden in Runden von 10 Minuten gespielt, das Bauernspiel in Runden von 4 Minuten. Beim Partnerwechsel bleibt Kind A sitzen, und Kind B rückt ein Brett weiter (vom letzten Brett zum ersten). Die Farben werden ausgelost: Ein Kind versteckt einen weißen und einen schwarzen Bauern in den Fäusten, das andere wählt eine Faust. Beim Signal enden alle Partien; unfertige Partien sind unentschieden. Bei ungerader Zahl hat in der ersten Runde das dritte Kind der Dreiergruppe Pause und ist Schiedsrichter. Vor der nächsten Runde setzt es sich als Kind B an das erste Brett. Das Kind B vom letzten Brett rückt nicht weiter; es hat jetzt Pause und ist Schiedsrichter. Es gibt keine Rangliste.
Regeln für die Spielzeit
Berührt – geführt (ab Level 3)
Wer eine eigene Figur berührt, muss sie ziehen, wenn das geht. Wer eine gegnerische Figur berührt, muss sie schlagen, wenn das geht. Ein Zug gilt, sobald die Figur auf dem neuen Feld losgelassen ist. Eine Figur gerade hinstellen darf nur, wer am Zug ist – und nur nach der Ansage „Ich stelle zurecht“.
Regelfrage
Beide Kinder legen die Hände flach auf den Tisch. Niemand rührt das Brett an, bis Sie oder der Schiedsrichter da sind.
Nach der Partie
Eine Minute: „Zeig mir den Moment, in dem die Partie entschieden wurde.“ Beim Bauernspiel in kurzen Runden gibt es diese Minute nur einmal, am Ende aller Runden.
Schachuhr (ab Level 4, nicht nötig)
5 Minuten für jede Seite. Wessen Zeit abgelaufen ist, verliert. Ausnahme: Der Gegner kann gar nicht mehr matt setzen, zum Beispiel weil er nur noch seinen König hat. Dann ist die Partie unentschieden.